Wie bläst man richtig in die Klarinette? Atmung und Luftstütze
Die Luft ist der Motor des Klarinettenklangs. Dennoch sind die Ratschläge zu diesem Thema manchmal schwer zu verstehen: „mehr stützen“, „schneller blasen“, „das Zwerchfell benutzen“ oder „den Bauch gut füllen“.
Solche Bilder können hilfreich sein, wenn sie erklärt und mit einem konkreten Körpergefühl verbunden werden. Allein verwendet können sie den Musiker dagegen dazu bringen, zu stark zu blasen, den Bauch anzuspannen, die Schultern hochzuziehen oder die Kehle zu blockieren.
Richtig in die Klarinette zu blasen bedeutet nicht, möglichst viel Luft hineinzuschicken. Es geht vor allem darum, frei einzuatmen und die Luft anschließend gleichmäßig und an den Widerstand des Instruments angepasst abzugeben.
Diese Kontrolle ist sowohl für Schüler wichtig, die ihre ersten Töne stabilisieren möchten, als auch für Amateurklarinettisten, die Ausdauer, Dynamik und musikalische Phrasierung verbessern wollen.
Warum ist die Atmung beim Klarinettenspiel so wichtig?
Der Klang entsteht, wenn die Luft das Blatt am Mundstück in Schwingung versetzt. Damit diese Schwingung stabil bleibt, muss die Luft mit genügend Energie, aber zugleich regelmäßig ankommen.
Eine gute Luftführung hilft insbesondere dabei:
- Tonanfänge zu erleichtern;
- einen stabilen Klang zu halten;
- längere Phrasen zu spielen;
- die Dynamik besser zu kontrollieren;
- die verschiedenen Register auszugleichen;
- die Intonation zu verbessern;
- präziser zu artikulieren;
- bestimmte Spannungen in Kehle und Ansatz zu reduzieren.
Die Luft arbeitet jedoch nie allein. Die Reaktion der Klarinette hängt auch von Ansatz, Zungenposition, Blatt, Mundstück, Blattschraube, Fingertechnik und mechanischem Zustand des Instruments ab.
Eine schwierige Ansprache sollte daher nicht automatisch als Luftmangel interpretiert werden.
Wie funktioniert die Atmung beim Klarinettenspiel?
Die Atmung umfasst zwei sich ergänzende Phasen: Einatmung und kontrollierte Ausatmung.
Freies und geräuscharmes Einatmen
Beim Einatmen zieht sich das Zwerchfell zusammen und senkt sich, während sich der Brustkorb weiten kann. Die Lunge füllt sich, weil im Brustraum mehr Platz entsteht.
Der Musiker muss nicht jeden Muskel bewusst steuern. Wichtig ist vor allem, die natürliche Atembewegung nicht zu behindern.
Eine wirksame Einatmung erkennt man häufig an folgenden Empfindungen:
- die Schultern bleiben frei und werden nicht übermäßig angehoben;
- die Kehle bleibt offen und entspannt;
- die Rippen können sich weiten;
- der Bauch kann die Bewegung natürlich begleiten;
- die Einatmung ist geräuschlos oder fast geräuschlos;
- die eingeatmete Luftmenge passt zur Länge der Phrase.
Es ist nicht notwendig, grundsätzlich möglichst tief einzuatmen. Zu viel Luft kann ein Gefühl von Blockierung verursachen und den Beginn der Phrase unnatürlicher machen.
Geregeltes Ausatmen statt gepresster Luft
Beim Spielen sollte die Luft nicht plötzlich herausgestoßen werden. Ihr Austritt wird gebremst und reguliert, damit das Blatt während der gesamten Phrase versorgt bleibt.
Diese Organisation der Ausatmung wird häufig als Luftstütze bezeichnet.
Stützen bedeutet nicht:
- den Bauch ständig nach außen zu drücken;
- die Bauchmuskeln maximal anzuspannen;
- den Brustkorb zu blockieren;
- die Kehle zu verengen;
- immer stärker zu blasen.
Stütze bedeutet vielmehr, die Luft mit ausreichend stabilem Druck abzugeben und diese Regulierung an Dynamik, Register und Widerstand des Materials anzupassen.
Die tiefe Bauchmuskulatur bewusst wahrnehmen
Die Klangstabilität hängt insbesondere davon ab, wie gleichmäßig die Luft dem Instrument zugeführt wird. Die tiefe Bauchmuskulatur, darunter der quere Bauchmuskel, beteiligt sich an dieser kontrollierten Ausatmung.
Der quere Bauchmuskel umschließt den unteren Rumpf wie ein Gürtel. Seine Aktivierung kann sich wie ein leichtes Zusammenziehen rund um die Taille anfühlen. Es geht jedoch weder darum, den Bauch stark einzuziehen noch ihn nach außen zu drücken.
Die Luftstütze entsteht aus einer Gesamtkoordination: Die Rippen schließen sich allmählich, die Bauchwand begleitet die Ausatmung und die Kehle bleibt frei. Zu starke Anspannung würde dagegen Steifheit erzeugen und den Klang beeinträchtigen.
Muss man stark blasen, um einen guten Klang zu bekommen?
Nein. Man muss zwischen der Energie der Luft und der vom Musiker eingesetzten Muskelkraft unterscheiden.
Die Klarinette bietet einen relativ deutlichen Widerstand. Der Musiker muss hinter dem Blatt einen angemessenen Luftdruck halten, ohne deshalb den ganzen Körper anzuspannen.
Ein schwacher oder instabiler Klang kann sich manchmal verbessern, wenn die Energie der Luft leicht erhöht wird. Muss der Musiker jedoch ständig forcieren, sollte nach einer anderen Ursache gesucht werden:
- zu hartes Blatt;
- falsch positioniertes Blatt;
- abgenutztes oder verformtes Blatt;
- zu angespannter Ansatz;
- angespannte Kehle;
- nicht vollständig abgedecktes Tonloch;
- Undichtigkeit am Instrument.
Stärkeres Blasen löst ein Material- oder Koordinationsproblem nicht dauerhaft.
Luftmenge, Druck und Geschwindigkeit: Wie findet man sich zurecht?
Im Unterricht werden häufig Bilder wie „schnelle Luft“, „warme Luft“, „kalte Luft“ oder „Luftsäule“ verwendet. Sie können hilfreich sein, beschreiben aber vor allem Empfindungen.
Beim Klarinettenspiel müssen drei Dinge zusammenkommen:
- genügend Luft, um die Phrase zu Ende zu spielen;
- ein angemessener Druck, um das Blatt in Schwingung zu versetzen;
- ein gleichmäßiger Luftaustritt, damit der Klang nicht nachlässt.
Zunge, Mundraum und Ansatz beeinflussen ebenfalls, wie die Luft das Blatt erreicht. Dieses Thema wird in Artikeln über Ansatz und Artikulation ausführlicher behandelt.
Die nützlichste Vorstellung bleibt daher: eine kontinuierliche, energiereiche und gleichmäßige Luft führen, ohne den Körper zu verspannen.
Welche Anzeichen deuten auf eine schlecht kontrollierte Luftführung hin?
Mehrere Symptome können helfen, die Ursache einzugrenzen.
Der Klang schwankt oder ist instabil
Der Luftstrom kann am Ende des Atems oder beim sehr leisen Spielen unregelmäßig werden. Der Ansatz versucht dann manchmal, dies durch stärkeren Druck auf das Blatt auszugleichen.
Die Phrasen sind immer zu kurz
Der Musiker atmet möglicherweise zu wenig Luft ein, kann sie aber auch zu schnell verbrauchen. Auch eine Undichtigkeit am Ansatz oder ein zu weiches Blatt können dieses Gefühl verstärken.
Tonanfänge sprechen schwer an
Die Luft kann erst nach der Zungenbewegung einsetzen oder genau im Moment des Tonbeginns zu instabil sein. Auch Blatt und Blattposition sollten überprüft werden.
Hohe Töne sprechen nicht leicht an
Das hohe Register verlangt eine gute Koordination zwischen Luft, Zungenposition, Ansatz und Fingertechnik. Einfach deutlich stärker zu blasen reicht nicht und kann die Ansprache sogar härter machen.
Kehle oder Schultern verspannen sich
Wahrscheinlich versucht der Musiker, die Luft mit Muskeln zu erzeugen, die eigentlich frei bleiben sollten. Zu hohe Einatmung, starre Haltung oder Angst, nicht genug Luft zu haben, können diese Spannungen fördern.
Der Ton bricht im Diminuendo ab
Beim Leiserspielen reduziert der Musiker manchmal die Luftenergie zu stark. Die Lautstärke sollte abnehmen, ohne dass die Blattschwingung ihre gesamte Unterstützung verliert.
Welche Haltung unterstützt eine wirksame Atmung?
Die Atmung wird freier, wenn der Körper gut ausbalanciert ist.
Ob im Stehen oder Sitzen, orientieren Sie sich an folgenden Punkten:
- Kopf in Verlängerung der Wirbelsäule;
- freier Nacken;
- entspannte Schultern;
- offener Brustkorb, ohne ihn künstlich anzuheben;
- ausbalanciertes Becken;
- stabile Füße im Stehen;
- nicht zusammensinken im Sitzen.
Eine gute Haltung ist keine starre militärische Position. Der Körper sollte Atmung und musikalische Phrase natürlich begleiten können.
Auch der Winkel der Klarinette spielt eine Rolle. Zwingt er den Musiker, den Kopf vorzuschieben, die Kehle zu verengen oder den Kiefer stark zu verändern, kann dies die Ansprache beeinflussen. Dieser Winkel hängt jedoch von Anatomie und Ansatz ab: Es gibt keinen einzigen Wert, der für alle gilt.
Wie atmet man zwischen zwei Phrasen schnell ein?
In einem Musikstück steht zum Atmen oft nur wenig Zeit zur Verfügung.
Für eine effiziente Einatmung:
- Planen Sie die Atemstelle im Voraus.
- Lösen Sie die Lippen kurz, ohne das Mundstück stark zu verschieben.
- Atmen Sie schnell, aber geräuscharm durch den Mund ein.
- Vermeiden Sie hochgezogene Schultern.
- Setzen Sie die Phrase mit bereits organisierter Luft fort.
Mehrere komfortable Atemstellen sind besser, als bis zur völligen Atemleere zu warten.
In der Partitur können Atemstellen mit Bleistift markiert werden. Sie sollten die musikalische Phrasierung respektieren, ähnlich wie bei einem Sänger.
Übungen zur Verbesserung der Luftführung auf der Klarinette
Diese Übungen sollten ohne Schmerzen oder Luftnot durchgeführt werden. Wenn Ihnen schwindelig wird, unterbrechen Sie die Übung und kehren Sie zu natürlicher Atmung zurück. Vermeiden Sie außerdem unnötig viele tiefe Atemzüge hintereinander.
Übung 1: Den queren Bauchmuskel bei einem Schwellton wahrnehmen
- Legen Sie die Hände seitlich an den unteren Bauch, etwas unterhalb des Bauchnabels.
- Atmen Sie ruhig ein und lassen Sie die unteren Rippen und den Bauchraum sich öffnen, ohne die Schultern anzuheben.
- Atmen Sie sechs bis acht Sekunden lang mit einem gleichmäßigen „sss“ aus.
- Beobachten Sie das leichte Zusammenziehen, das allmählich rund um die Taille entsteht. Das Gefühl sollte flexibel und verteilt bleiben, ohne abrupte Anspannung.
- Wiederholen Sie die Übung auf der Klarinette mit einem bequemen Ton im Mezzopiano.
- Halten Sie den Ton acht Sekunden und suchen Sie einen gleichmäßigen Luftdruck sowie eine allmähliche Aktivierung der Bauchmuskulatur.
- Spielen Sie anschließend einen Schwellton über zwölf Zählzeiten: vier Zählzeiten von Piano zu Mezzoforte, vier stabil und vier zurück zum Piano.
- Stellen Sie sich beim Decrescendo vor, dass die tiefe Bauchmuskulatur die Luft weiterhin begleitet. Die geringere Lautstärke darf nicht zu einem plötzlichen Nachlassen der Stütze führen.
Die Übung sollte ohne Verhärten der Kehle, Blockieren der Rippen oder stärkeren Druck des Ansatzes ausgeführt werden. Der quere Bauchmuskel wird nicht dauerhaft gleich stark angespannt: Seine Aktivität verändert sich je nach verbleibender Luftmenge und gewünschter Dynamik.
Entspannen Sie zwischen den Tönen die Bauchwand vollständig und lassen Sie die nächste Einatmung frei entstehen. Drei oder vier konzentrierte Wiederholungen sind sinnvoller als eine lange Serie mit Spannung.
Übung 2: Die Atmung ohne Instrument beobachten
Legen Sie eine Hand auf die unteren Rippen und die andere auf den oberen Brustkorb.
- Atmen Sie ruhig ein, ohne sich maximal füllen zu wollen.
- Beobachten Sie die Weitung der Rippen und die natürliche Bewegung des Bauchs.
- Atmen Sie einige Sekunden lang mit einem leisen „s“ aus.
- Halten Sie den Luftstrom bis zum Ende gleichmäßig.
Ziel ist kein Ausdauerrekord, sondern das Beseitigen von Unregelmäßigkeiten und Spannungen.
Übung 3: Einen bequemen Ton stabilisieren
Wählen Sie einen Ton im tiefen oder mittleren Register, der leicht anspricht.
- Atmen Sie ruhig ein.
- Beginnen Sie den Ton ohne harten Ansatz.
- Halten Sie eine mittlere Dynamik.
- Hören Sie auf die Stabilität des Klangs.
- Beenden Sie den Ton, bevor die Luft vollständig aufgebraucht ist.
Wiederholen Sie die Übung mit mehreren Tönen, ohne sofort die Haltedauer verlängern zu wollen.
Übung 4: Das Tonende beobachten
Spielen Sie einen langen Ton und konzentrieren Sie sich auf die letzten zwei Sekunden.
Prüfen Sie, ob:
- der Klang nicht ungewollt leiser wird;
- die Intonation nicht plötzlich verändert;
- der Ansatz sich nicht weiter schließt;
- die Schultern entspannt bleiben;
- das Tonende bewusst und nicht erschöpft gestaltet wird.
Diese Übung macht häufig einen Verlust der Luftstabilität sichtbar, der am Anfang des Tons nicht auffällt.
Übung 5: Crescendo und Diminuendo
Auf einem bequemen Ton:
- Beginnen Sie leise, aber stabil.
- Steigern Sie die Lautstärke allmählich.
- Kehren Sie langsam zu einer leisen Dynamik zurück.
- Bewahren Sie dieselbe Klangqualität und einen stabilen Ansatz.
Streben Sie nicht sofort ein extremes Pianissimo an. Ziel ist es, die Luftentwicklung zu kontrollieren, ohne das Blatt beim Lauterwerden zuzudrücken und ohne die Schwingung beim Leiserwerden zu verlieren.
Übung 6: Zwei Register verbinden
Wählen Sie einen tiefen Ton, dessen Griff durch Hinzunehmen der Registerklappe einen Ton im oberen Register ergibt.
- Stabilisieren Sie den tiefen Ton.
- Öffnen Sie die Registerklappe, ohne einen zusätzlichen Luftstoß zu geben.
- Behalten Sie möglichst denselben Ansatz bei.
- Suchen Sie einen fließenden Übergang.
Diese Übung zeigt, dass der Registerwechsel von Luftkontinuität und Koordination abhängt und nicht nur von stärkerem Blasen.
Übung 7: Eine musikalische Phrase gestalten
Wählen Sie eine kurze Phrase aus einem Stück, das Sie kennen.
- Bestimmen Sie ihren musikalischen Höhepunkt.
- Entscheiden Sie, wo Sie atmen.
- Spielen Sie die Phrase und führen Sie die Luft bis zum Ende.
- Verbrauchen Sie nicht die gesamte Energie in den ersten Tönen.
- Nehmen Sie sich auf und hören Sie, ob die Phrase ihre Richtung behält.
Die Luft wird so zu einem musikalischen Ausdrucksmittel und nicht nur zu einer mechanischen Übung.
Eine tägliche Fünf-Minuten-Routine
Kurzes, regelmäßiges Üben ist häufig hilfreicher als eine gelegentliche lange Einheit.
Fünf Minuten können Sie beispielsweise so aufteilen:
- eine Minute ruhige Atmung und gleichmäßige Ausatmung;
- zwei Minuten lange Töne in verschiedenen Registern;
- eine Minute Crescendo und Diminuendo;
- eine Minute für eine musikalische Phrase.
Diese Routine sollte angenehm bleiben. Die Qualität des Zuhörens ist wichtiger als die Länge der Töne.
Wie unterscheidet man ein Luftproblem von einem Blattproblem?
Bevor Sie Atmung oder Ansatz verändern, überprüfen Sie die einfachsten Punkte.
Das Blatt sollte:
- in gutem Zustand sein;
- ausreichend angefeuchtet sein;
- zum Mundstück passen;
- mittig auf der Bahn des Mundstücks sitzen;
- in einer passenden Höhe positioniert sein;
- ohne übermäßigen Druck gehalten werden.
Ein zu hartes Blatt kann den Eindruck vermitteln, dem Musiker fehle die Luft, obwohl es in Wirklichkeit einen höheren Druck verlangt, als er bequem erzeugen kann. Ein zu weiches Blatt kann bei zunehmendem Druck zuklappen und den Klang instabiler machen.
Bevor Sie von einem Atemproblem ausgehen, können Sie folgende Artikel lesen:
- Welche Blattstärke sollte man für die Klarinette wählen?
- Wie positioniert man ein Klarinettenblatt richtig?
- Mundstück, Blatt und Blattschraube: Wie findet man die richtige Kombination?
- Warum spricht mein Klarinettenblatt nicht richtig an?
Wenn mehrere Blätter schwer ansprechen, bestimmte Töne immer Widerstand bieten oder das Instrument undicht wirkt, fragen Sie eine Lehrkraft oder einen spezialisierten Reparaturtechniker um Rat.
Fehler, die man beim Üben der Luftführung vermeiden sollte
Um Fortschritte ohne zusätzliche Spannungen zu machen:
- ziehen Sie beim Einatmen die Schultern nicht absichtlich hoch;
- versuchen Sie nicht, die Lunge jedes Mal maximal zu füllen;
- drücken Sie den Bauch nicht ständig nach außen;
- blockieren Sie die Kehle nicht, um Luft zurückzuhalten;
- pressen Sie das Blatt nicht mit dem Kiefer, um den Klang zu stabilisieren;
- halten Sie Töne nicht bis zum Unwohlsein aus;
- verwechseln Sie Lautstärke nicht mit guter Luftstütze;
- verändern Sie nicht gleichzeitig Luft, Ansatz und Material.
Arbeiten Sie jeweils nur an einem Parameter, um zu verstehen, was die Reaktion der Klarinette tatsächlich verbessert.
Zusammengefasst: Wie bläst man besser in die Klarinette?
Für eine wirksamere Luftführung:
- nehmen Sie eine ausbalancierte Haltung ein;
- atmen Sie ein, ohne die Schultern übermäßig anzuheben;
- nehmen Sie eine zur Phrase passende Luftmenge auf;
- regulieren Sie die Ausatmung, statt plötzlich zu drücken;
- halten Sie die Luft bis zum Tonende kontinuierlich;
- üben Sie lange Töne in verschiedenen Dynamiken;
- planen Sie Atemstellen in der Partitur;
- prüfen Sie Blatt und Instrument, bevor Sie von Luftmangel ausgehen;
- suchen Sie Gleichmäßigkeit statt Kraft.
Eine gut kontrollierte Luftführung ermöglicht einen stabileren Klang, bessere Dynamikkontrolle und natürlichere musikalische Phrasen. Sie sollte die Musik unterstützen, ohne zu Steifheit oder Ermüdung zu führen.
Häufige Fragen zur Atmung beim Klarinettenspiel
Sollte man durch die Nase oder den Mund einatmen?
Zwischen zwei Phrasen ist das Einatmen durch den Mund meistens schneller. Die Nase kann verwendet werden, wenn eine längere Pause zur Verfügung steht, liefert aber in kurzer Zeit nicht immer genügend Luft.
Muss sich der Bauch beim richtigen Atmen wölben?
Der Bauch kann sich natürlich nach vorn bewegen, wenn sich das Zwerchfell senkt und die Organe leicht verdrängt werden. Man sollte ihn jedoch nicht bewusst nach außen drücken oder die Bewegung der Rippen verhindern.
Warum hebe ich beim Einatmen die Schultern?
Vielleicht versuchen Sie, zu viel Luft aufzunehmen oder nur in den oberen Brustkorb zu atmen. Reduzieren Sie die Größe der Einatmung und suchen Sie mehr Freiheit in Rippen, Rücken und Bauch.
Sollte ich beim Spielen die Bauchmuskeln anspannen?
Die Bauchmuskulatur beteiligt sich auf natürliche Weise an der Regulierung der Ausatmung. Sie sollte nicht maximal angespannt werden und den Körper nicht steif machen. Ihre Aktivität verändert sich je nach Phrasenlänge, Dynamik und Widerstand des Instruments.
Wie lange sollte man einen langen Ton halten?
Es gibt keine allgemeingültige Dauer. Ein stabiler, entspannter Ton von acht Sekunden ist hilfreicher als ein sehr langer Ton, dessen Klang sich verformt. Mit zunehmendem Komfort und Ausdauer kann die Dauer schrittweise verlängert werden.
Warum wird mir bei Atemübungen schwindelig?
Möglicherweise haben Sie zu viele tiefe Atemzüge hintereinander gemacht oder ungewohnt ausgeatmet. Beenden Sie die Übung, setzen Sie sich bei Bedarf hin und kehren Sie zu natürlicher Atmung zurück. Übungen sollten niemals Unwohlsein verursachen.
Warum bricht der Ton beim Leisespielen ab?
Wahrscheinlich reduzieren Sie die Luftenergie zu stark oder pressen das Blatt mit dem Kiefer. Üben Sie zunächst eine mäßig leise Dynamik mit stabiler Ansprache und reduzieren Sie die Lautstärke danach schrittweise.
Reicht die Luftführung allein aus, um den Klarinettenklang zu verbessern?
Nein. Die Luft ist wesentlich, doch der Klang hängt auch von Ansatz, Zunge, Blatt, Mundstück, Blattschraube, Fingertechnik und Zustand des Instruments ab. Einen allgemeineren Überblick finden Sie unter Wie verbessert man den Klarinettenklang? 9 wichtige Tipps.
Pädagogische Quellen
Dieser Artikel stützt sich insbesondere auf Arbeiten und pädagogische Materialien der International Clarinet Association zur Klangerzeugung, Atmung und Regulierung der Ausatmung:
- Tone and Technique, Part I, ICA Pedagogy Committee;
- A Clarinetist on Her Head: Redefining Support, Shawn Copeland und Jackie McIlwain.